Häufige Wohnortwechsel machen zahlreiche Menschen zu modernen Nomaden. Mobilität spielt eine tragende Rolle in unserer Gesellschaft. Meine Arbeit als Designerin ist mal mehr und mal weniger offensichtlich davon beeinflusst.
In meiner Masterarbeit begab ich mich auf Entdeckungsreise rund um dieses Phänomen. Auf dem Weg begegneten mir Schwermut und Leichtigkeit, Trennungsschmerz und Abenteuerlust, Erneuerung und Erinnerung, Neugier und Sorgen, Stress und Genuss, ideelle und materielle Werte. Vor allem hörte ich viele persönliche Geschichten und lernte Menschen intensiv kennen, während ich mit ihnen über Gegenstände sprach. Fotos zeigen ihre liebsten Dinge. Dank eines kleinen Abstechers zu ergänzenden Experimenten und Selbstversuchen hatte ich mein Ziel klar vor Augen:
Im Mittelpunkt meines Designkonzeptes steht das persönliche Erleben des Umzuges. Mein Entwurf etabliert eine positive Sichtweise. Diese lenkt den Blick auf persönliche Chancen, die mit der räumlichen Veränderung einhergehen, und schlägt vor eventuellen Schwierigkeiten mit Humor zu begegnen. Ich analysiere den gesamten Prozess und alle damit verbundenen Handlungen, um gestalterisch Einfluss zu nehmen – von den ersten Vorbereitungen bis zur Einweihungsparty im neuen Heim.
Das Ergebnis ist ein Countdownkalender, der die Wochen um den Umzugstag herum begleitet. Er gibt freche Anregungen, ruft Angewohnheiten ins Bewusstsein, fördert den Aufbau von Beziehungen, schlägt Ungewöhnliches vor und lädt ein, neue Wege zu gehen. Ironie, Humor und viel Augenzwinkern sorgen für Leichtigkeit und mobilisieren Superkräfte. Praktische Hinweise wechseln sich mit Vorschlägen zur Improvisation ab. Kleine Hilfsmittel erhöhen spielerisch die Motivation zu handeln. Die Illustrationen bestehen aus Materialien, die bei Umzügen verwendet werden.